Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Montag, August 28, 2006

Hai & Delfin

Hatte letzte Woche auch endlich meine anderen beiden Kurse: "Coastal Recreation Management" und "Managing Service Quality in Tourism & Leisure". Beruhigt kann ich feststellen, dass auf Mauritius durchaus ernsthaft Freizeit- & Tourismuswissenschaft betrieben wird, obwohl das natuerlich einiges an Arbeit bedeutet. Allerdings ist vieles noch nicht in die Praxis umgesetzt.
Diese Woche habe ich auch angefangen, mit der Uni-Mannschaft Volleyball zu trainieren. Wider Erwarten bin ich mit 1,8m 'Laenge ueber alles' unter dem Durchschnitt (es gibt also auch grosswuechsige Mauritier). Auch vom spielerischen Niveau bin ich beeindruckt: Um beim naechsten Heimspiel gegen die Universitaet von Reunion dabei zu sein, muss ich also noch fleissig trainieren.

Freitag haben mich Joel & Ben (Kommilitonen) zu nem Ausflug eingeladen. Erst ne kurze Fuehrung entlang der Hafenpromenade von Port Louis (Hauptstadt), anschliessend ein kurzer Abstecher zum Strand bei Trou aux Biches. Nach einer Tour durch den Botanischen Garten bei Pamplemousses war noch ne Runde Billard in Quatre Bornes angesagt.
Samstag war ein grosser Ausflug mit anderen internationalen Studenten angesagt. Mit nem Katamaran ne all-you-can-drink-Segeltour von Grand Bay zum Gabriel-Eiland. Stimmung war super... Auf der Hinfahrt hatten wir ordentlichen Wind und entsprechend Seegang, was ich im Bug-Netz (bzw. als Gallionsfigur...) genossen habe.
Das Eiland liegt direkt neben Flat Island vor der Nordkueste Mauritius' (das war auf dem Hinflug das Erste, was ich von Mauritius gesehen habe, siehe Foto).
Dort war super Wetter und deshalb erstmal Schnorcheln am Korallenriff angesagt. Mir ist ne 1m lange gelb-blaue Muraene begegnet! Zwischendurch mal am Traumstrand chillen.
Da haben wir auch nen Hai (ca. 1,4m) gesehen, der in der Lagune ne Runde gedreht hat.
Nach BBQ an Bord und ner zweiten Schnorchel-Etappe gings wieder zurueck. Unser Schleppfischen war leider nicht erfolgreich. Dafuer ist uns eine Wal-Schule (irgendeine Delfin-Art) begegnet, die man in 5m Entfernung vom Boot bequem beobachten konnte.
Mit an Bord war uebrigens noch eine Frau aus Losheim (mein Basis-Lager), die im gleichen Verein Volleyball gespielt hat wie ich.

Let's conquer Mauritius!!!

Dienstag, August 22, 2006

Residence Sand & Beach

Seit vorgestern habe ich auch eine eigene Wohnung! Gemeinsam mit Olivia (franzoesische Gaststudentin) und Jan-Peter habe ich mir ein Touristen-Appartement in Flic en Flac gemietet. Voll ausgestattet, kann man da fuer 125 Euro/Person/Monat all incl. leben. DSL-Anschluss ist in Arbeit (ihr koennt euch also schonmal Skype besorgen). Die Wohnanlage ist nur durch eine Strasse vom Strand der mauritischen Westkueste getrennt. Ihr könnt euch das mit Google Earth mal genauer anschauen, die Koordinaten sind 20°17'34" S und 57°21'49" E. Nen Gecko ham wir auch schon; das ist der Segen aller Haustiere, denn er ernaehrt sich von Muecken...
Unsere Wohnung hat knapp 90qm, grosses Wohnzimmer, grosser Balkon. Mein Zimmer hat nochmal nen eigenen Balkon, von dem ich die Sonne im Meer untergehen sehen kann. Die Moebel sind in dezentem rosa. (Ich habe meinem maennlichen Mitbewohner schon Angst gemacht...) Das Bett ist schoen breit, aber recht kurz, sodass ich aber diagonal bequem liegen kann. Die Federkern-Matratze scheint aelter als ich zu sein, was sich sowohl haptisch als auch akustisch bemerkbar macht...
Hier nun die Adresse:

*mein Name*
Residence Sand & Beach
App. Trocadero
Royal Road
Wolmar / Flic en Flac
MAURITIUS

Unser Strand bei Vollmond:
und im Sonnenuntergang:

Montag, August 21, 2006

Ersti-Party, dann das Studium...

Die erste Woche der Lehrveranstaltungen war recht gemuetlich, da aus u.g. Gruenden nur 2 meiner 5 Kurse stattfanden. Mittwoch hatte ich noch "Managing Change in Tourism & Leisure". Freitag musste ich aus dem Hotel auschecken, da eine Verlaengerung nicht moeglich war. Netterweise hat mich Shervin (Sohn unseres neuen Vermieters) 2 Tage beherbergt.

Freitag abend war ich mit ihm bei einer Gruppe von 6 US-amerikanischen Gaststudenten, die eine Villa am Strand von Pointe aux Sables bezogen haben.

Samstag war die Fresher's Party des AStA in einer Kellerdisko (Saxo) in Beau Bassin. Ich habe mich koestlich amuesiert (ueber die kulturellen Unterschiede zu deutschen Ersti-Parties):

  • Die Party war fuer 12 - 18 Uhr (tagsueber) veranschlagt. Hm. Pourquoi? Die meisten Studis hier sind indischer Abstammung. Und viele Maedels haben zu Hause zu sein, sobald es draussen dunkel ist.
  • Ich war um 14 Uhr da und die Party war in vollem Gange. Die Disko war nicht ganz voll, aber die Tanzflaeche war ueberfuellt.
  • Die Leute haben den Anlass offensichtlich genossen, Alkohol & Nikotin zu konsumieren. Abstuerze habe ich trotzdem keine erlebt. Da haben die Indo-Mauritier den Indern einiges voraus. Groesster Wirtschaftszweig auf Mauritius ist der Zuckerrohranbau, nicht Tourismus. Da wird also jaehrlich so einiges an Rum hergestellt und auf herkoemmliche Art auch wieder vernichtet... Ausserdem lieben die Mauris ihr Phoenix-Bier (geht gekuehlt wirklich gut runter! Kritische Rezension).
  • Die Musik - naja. Indische House/Techno/Trance-Mucke (fuer mich ist das alles dasselbe). Besonders interessant: die indischen Remixes der europaeischen Charthits aus den vergangenen 15 Jahren. Die Leute sind abgegangen, man muss es erlebt haben. Incroyable...

Die ausfuehrliche freizeitwissenschaftliche Analyse koennt ihr naechstes Jahr in meiner Diplomarbeit nachlesen! ;-)
Gegen 17 Uhr musste ich die Party verlassen, da ich noch zum Grillen am Strand eingeladen war. Bei Sonnenuntergang gings los. Nachdem ich dargelegt hatte, was es bedeutet, einmal im Saarland gelebt zu haben, wurde ich auch gleich zum Grillmeister ernannt. Als ich den Krautsalat mit der Hand essen musste, habe ich mich gefuehlt wie bei meinem ersten Doener. Aber es war gluecklicherweise schon dunkel, sodass mich trotz Fackelschein niemand sehen konnte.

Gestern hat mich Symteesha (Kommilitonin) zu ner Inselrundfahrt mit ihren Eltern eingeladen. Wir sind erst an die Ostkueste und dann ueber den Norden die halbe Kueste der Insel abgefahren in den Westen. Zwischendurch mal gehalten um ne Runde zu schnorcheln. Trauminsel!

Montag, August 14, 2006

das erste Seminar

Ich habe endlich ne mauritische SIM-Card. Meine neue Nummer ist: +230 7534992. (Ab und zu werde ich meine deutsche SIM-Card mal einsetzen zum SMS-Empfang.) Ausserdem habe ich gemeinsam mit dem anderen deutschen Gaststudenten (Jan-Peter) ein Appartement in Flic en Flac gefunden. Wir muessen noch ueber die Internet-Installation reden und koennten sonntag einziehen. Solange muss ich wohl noch im Hotel bleiben (sehr nett, aber viel Geld). Der Sohn vom Vermieter studiert mit uns an der Uni. Gestern waren wir beim Vermieter zum Abendessen eingeladen. Hat echt super geschmeckt und die mauritischen Spirituosen habens in sich. Er ist uebrigens ehemaliger FIFA-Schiri und arbeitet jetzt als Abteilungsleiter im Rathaus. Er macht nen sehr netten Eindruck und ist sehr um unser Wohlergehen besorgt...

Heute gingen an der Uni hier die Lehrveranstaltungen los. Mein Vormittags-Kurs (Outdoor Recreation Education) fiel spontan erst mal aus. Habe waehrenddessen meine Kommilitonen aus dem Kurs kennenlernen koennen. Hier gibts viele Freizeitmoeglichkeiten auf dem Campus (Billard bis Domino spielen) und hier ist immer ziemlich viel los. Die Mensa ist auch in Ordnung, allerdings wurde ich von so ner fiesen roten Chili in meinem Essen attackiert... ;-)
Nachmittags der Kurs (Ecotourism & Natural Resources Management) fand wirklich statt. Die Dozentin macht nen kompetenten Eindruck und kann verstaendlich Englisch reden. Leider habe ich gemerkt, dass ich fast den gleichen Inhalt eigentlich schon in Deutschland in ner Vorlesung hatte. Allerdings machen die hier ne ziemlich interessante Fallstudie als Projektarbeit mit Vorort-Begehung, sodass ich mir den Stoff wahrscheinlich nochmal gebe. War immerhin die bisher interessanteste Lehrveranstaltung im ganzen Studium.
Morgen ist nix an der Uni, da Mariae Himmelfahrt hier Feiertag ist. Es gibt ziemlich viele Feiertage hier, da jede religioese Gruppe (Hindus, Christen, Muslime, Chinesen) hier ihre Feiertage hat - und da kommt was zusammen...

Donnerstag, August 10, 2006

Orientation Session at the Campus

Heute hatte ich die Einfuehrungsveranstaltung von meiner Fakultaet in Englisch und Franzoesisch (beides verstaendlich). Lauter Erstis um mich rum. Die Leute hier auf der Insel sind alle sehr freundlich und ausgesprochen hilfsbereit, egal um was es geht. Es ist nicht schwer, jemanden kennen zu lernen, denn man wird oft angesprochen. Schwierig ist nur, sich diese vielen fremdartigen Namen zu merken und vor allem die Gesichter dazu (alle haben dunkle Hautfarbe, dunkle Augen und schwarze Haare). Fast 70% der Mauritier sind indischer Abstammung, der Rest hauptsaechlich vom afrikanischen Festland oder aus China. Weisse sieht man ganz selten (ausser Touris am Strand). In meinem Studiengang ist allerdings auch noch eine deutsche Gaststudentin aus Weimar. Der neue Studiengangsleiter hat sich gleich gut um uns gekuemmert.

Vom AStA gabs natuerlich auch ne Einfuehrung - allerdings in der Landessprache. Das ist eine Kreolsprache, die auf Franzoesisch basiert und bei der man so gut wie gar nix versteht! :-( Bei der anschliessenden Campus-Tour wurde dann simultan uebersetzt in Englisch (Amtssprache). Studieren werde ich auf Englisch, allerdings unterhalten sich die Leute lieber auf Kreol bzw. Franzoesisch, manche sprechen so gut wie gar kein Englisch.

Vom International Office der Uni hab ich eben erfahren, dass ich auf meine Aufenthaltsgenehmigung noch ne Weile warten muss. Ich bin zwar dann ne zeitlang ein illegaler Einwanderer, aber das wird in meinem Fall nicht als problematisch betrachtet... warum auch!?

Das Wetter diese Woche ist super! Es ist aehnlich wie grade der Sommer in Deutschland war. Nur dass wir hier auf der Suedhalbkugel gerade Winter haben. Hier laufen die Leute mit aufgespanntem Knirps durch die Strassen um sich vor der Sonne zu schuetzen... Allerdings geht hier um 18 Uhr die Sonne unter, was noch ziemlich ungewohnt ist (aber im deutschen Winter bekanntlich noch extremer ist).
Gestern war ich zum ersten Mal schwimmen in Flic en Flac. Gleich mal laessig in den Sonnentuntergang geschnorchelt - traumhaft! So ein Korallenriff hat schon was...
In diesem Ort wohnen (verstaendlicherweise) die meisten auslaendischen Studenten. Allerdings liegt die Uni im Inselinneren ca. 15 km (Luftlinie) entfernt. Das bedeutet auf Mauritius entweder 30min Autofahrt oder 1h Busfahrt. Hier dauert Vieles etwas laenger...

Dienstag, August 08, 2006

... gut gelandet

Mit Eskorte gings am Freitag zum Flughafen. Hatte nen tollen Flug mit Air Mauritius. Neben mir sass die mehrfache kamerunische Sprintmeisterin, die gerade zur Afrika-Meisterschaft auf Mauritius startet um sich fuer die naechste WM zu qualifizieren - sehr nett! Im Landeanflug waren auch gleich die Korallenriffe und Lagunen (s. Foto) zu sehen. Kanns Tauchen kaum erwarten. Mein Visum gilt allerdings nur fuer eine Woche, da ich noch keine Aufenthaltsgenehmigung habe :-( Buerokratie!!!
Die Uni hat fuer mich uebergangsweise ein Hotel in Quatre Bornes gebucht und netterweise fuer den Transfer vom Flughafen gesorgt. Dabei hat sich rausgestellt, dass im Flugzeug noch ein anderer deutscher Student aus Kiel war, der hier an der Uni ein Semester Psychologie studieren will. Wir suchen uns jetzt zusammen ne Budze an der Westcoast. Das Hotel ist voll in Ordnung, allerdings auf Dauer zu teuer.
Hab im 5. Stock aus meinem Zimmer Blick aus Meer, obwohl das ca. 10 km weg ist!
Der F&B-Manager hat sich mir gleich mal mit Vornamen vorgestellt, das hat meinen Magen einstweilen beruhigt... ;-) Generell ist das Essen etwas gewoenungsbeduerftig; vor allem kann ich mit den ganzen Bezeichnungen rein gar nix anfangen.

Mauritius hat mich landschaftlich wirklich schon begeistert! Der Strassenverkehr erinnert etwas an italienische Verhaeltnisse, hinzu kommt der Linksverkehr. Hier wird auch mit Strassenstaenden an der Autobahn Obst verkauft. Orientierung faellt etwas schwer, da die Sonne ihren Bogen andersrum macht und mittags im Norden steht.

Sonntag hab ich ne Bustour in den Norden der Insel gemacht um die Schwaegerin der Kleinkusine meiner Mutter zu besuchen, welche seit Jahrzehnten hier lebt. Fuer die 30km-Strecke hab ich zurueck 2h gebraucht. Auf dem Rueckweg hab ich nen mauritischen Fussball-Nationalspieler kennengelernt, der mich gleich mal zum naechsten Laenderspiel eingeladen hat.

Dienstag, August 01, 2006

Time to say 'goodbye'...

... denn am Freitag gehts schon los - 11h20min Direktflug von Frankfurt/M. nach Mauritius! Wer noch nie da war, kann hier nochmal genau die Lage peilen.
Mauritius ist ein Inselstaat gut 2.000 km vor der afrikanischen Festlandküste mitten im Indischen Ozean.
Mark Twain schrieb: "You gather the idea that Mauritius was made first and then heaven, and that heaven was copied after Mauritius." Bald werd ich's wissen... :-)

6 Monate Afrika. Zum ersten Mal auf der Südhalbkugel! Für ein Semester werde ich an der University of Mauritius "Tourism, Leisure and Recreation Management" studieren. Das wird mein 7. Semester im Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft an der Hochschule Bremen.
Dafür habe ich vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst ein Stipendium bekommen. (In diesem Förderprogramm bin ich der Erste in Mauritius.) Ich als Freizeitwissenschaftler gehöre also zur Elite im wissenschaftlichen Nachwuchs... ;-)

Zurück zum Ernst des Abschieds: Noch ein paar Tage bin ich bei meinen Eltern in Losheim am See. Falls man sich vorher nicht mehr sieht, wisst ihr ja nun, wo ihr mich die nächste Zeit findet!

Bis dann - "Haalt eech monter!" (wie man in meiner Heimat sagt)