Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Dienstag, September 26, 2006

If paradise is half as nice...

Letztes Wochenende war ich am Kokos-Strand, einem wahren Freizeit-Paradies...

Mit einer Gruppe von 10 International Students (D, F, GB, USA) haben wir uns von Freitag bis Sonntag beim Coco Beach Resort (einem 10 Jahre alten 4*-Hotel) in Pointe de Flacq an der Ostkueste eingebucht. Ueber Vitamin B ging das zu einem Promotions-Preis von 45 Euro pro Nacht inkl. Vollpension. Warum nicht?!
Nach dem Check-In gleich mal ein Trip mit dem Glasboden-Boot durch die Lagune um die Unterwasserwelt aus dem Trockenen zu entdecken. Anschliessend noch ne runde Beachvolleyball gespielt. Das Buffet fuer die drei Mahlzeiten war mehr als reichhaltig und die internationale Kueche konnte sich sehen lassen. Olivia (meine Mitbewohnerin, Hotelfachfrau) stellte allerdings fest, dass im Resort nicht in allen Belangen mitteleuropaeische 4*-Standards geboten werden. Es war aber eine riesen Resort-Anlage und unsere Huette war echt nett.
Samstag habe ich dann mit Windsurfen & Segeln losgelegt und das auch gleich mal meinen Kommilitonen beigebracht.
Nachmittags stand ich dann zum ersten Mal auf Wasserski. Gleich der erste Start hat perfekt geklappt und ich bin kein einziges Mal umgefallen. Natuerlich war ich auch noch Schnorcheln. Ab und zu ne Suesswasser-Erfrischung im Pool oder einfach am Strand chillen gehoerte selbstverstaendlich auch dazu.
Abends war ne Sega-Party mit Live-Musik in der Hotel-Disko. Da haben wir ordentlich mitgemischt und exzessiv gefeiert. Die Nacht haben wir am Strand gepennt unter dem schoensten Dach der Welt. Als einziges mir bekanntes Sternbild konnte ich Orion finden. Auch der Sonnenaufgang war ein Traum.
Sonntag musste ich dann auch gleich noch Wakeboarden ausprobieren. Das hat auf Anhieb nicht so gut geklappt wie Wasserski, aber beim 3. Trip (jeder a 15min) ging dann alles einwandfrei. Dass es tierisch gerockt hat muss ich glaub ich nicht breit erlaeutern... :-D
Nachmittags wollte ich mir dann Parasailing auch nicht entgehen lassen. Das war die einzige kostenpflichtige (15 Euro fuer 10min) der genutzten Wassersport-Aktivitaeten. An einer 70m langen Leine gings dann bei sonnigem Wetter in die Luft. Ein wunderschoener Ausblick und ein irres Gefuehl waren ihr Geld wert.

Einige von uns waren auch noch fuer billig Geld golfen. Aber dafuer war meine Zeit einfach zu knapp... :-(

Was fuer ein Wochenende!!! Es wurde mal wieder bestaetigt, dass Angewandte Freizeitwissenschaft genau der richtige Studiengang ist.
Allerdings sitze ich gerade 'ziemlich in der Scheisse' (wie meine Kommilitonen sagen wuerden), da ich morgen meinen ersten Test schreiben muss ueber "Change Management".

Montag, September 18, 2006

Diesseits der Legalitaet

Grund zum Feiern!!! Ich habe heute nach einem guten Monat in der Illegalitaet meine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. BACK TO LIFE! Ich denke, also bin ich (wieder). Glueckwuensche etc. bitte einfach als Kommentare...
Abschnitt 2 (Originalzitat): You are informed that your residence permit may be cancelled at any time without giving any reason. Grossartig!

Vor zwei Wochen fing ein mehrwöchiges uni-internes Volleyball-Turnier vom Hochschulsport an. Ich spiele im „Staff“-Team (sind hauptsächlich Studenten) und das Team ist echt ganz gut: haben den Zuspieler aus der mauritischen Nationalmannschaft in unseren Reihen. Haben heut das Spitzenspiel der Vorrunde im 5. Satz verloren.
Habe mittlerweile auch endlich mal richtig Beachvolleyball gespielt mit ein paar einheimischen Erstliga-Hallenvolleyballern.

Endlich wurde bei uns auch die Telefonleitung gelegt; eine anderthalbstündige Aktion. Da das Kabel der Bohrmaschine keinen Steckerkopf mehr hatte, wurden die beiden Drähte einfach so in die Steckdose gesteckt. Macht ja eigentlich keinen Unterschied. Jetzt müssen wir nur noch DSL bekommen und dann hab ich Internet @ home.
Vorletzten Samstag war unsere WG und andere Deutsche bei Leuten aus meinem Kurs zum Grillen in Flic en Flac eingeladen.
Einer von ihnen trägt auf seiner Tasche ein Hakenkreuz (in Europa Faschismus-Symbol, in der indischen Kultur ein glückbringendes Zeichen), wo darunter „Reich“ geschrieben steht. Er ist etwas kräftig gebaut und sein Rufname ist „Tekwa“; das ist der Name eines Kuchens hier… Manchmal sind die Mauritier nicht so ganz knusper in der Birne.
Anschließend gings noch in ne andere Disko hier („Arena“), wo mehr Indo- und Sino-Mauritier waren und eher Dancefloor gespielt wurde. Die Musik macht auf Dauer nicht glücklich, es war aber ganz witzig. Auf dem Heimweg sind wir gegen 5 Uhr noch auf einer Privat-Party von uns unbekannten Afro-Mauritiern („Kreolen“) aufgeschlagen, die laute Musik hatte uns angelockt. Abschließend zum Sonnenaufgang ne Abkühlung im Pool.
Am Strand-Imbiss habe ich Yan kennen gelernt. Er arbeitet für nen Hungerlohn im Sugar Beach Resort als Kinderanimateur, sein Bruder im Wassersportzentrum. So wurde ich auch gleich mal zum Windsurfen eingeladen. Leider war Freitag Mittag Niedrigwasser, sodass die Lagune zu flach war dafür. Musste dann eben mit nem Seekajak vorlieb nehmen. Auch nicht verkehrt.
Beim Schnorcheln anschließend bin ich aus Versehen auf so ne gut getarnte Seewalze drauf getreten, die auch gleich mal ihre Tentakel nach mir ausgestreckt hat. Letztens bin ich beim Schwimmen etwa 4m vom Ufer entfernt auf etwas draufgetreten, was ebenfalls so komisch gezappelt hat. Habe dann gesehen, dass es ein ca. 30cm langer Plattfisch war. Butt-Patten geht also nicht nur im Wattenmeer… (mit 'Butt' ist hier der Fisch gemeint; Patten bezeichnet ein friesisches Hobby bei dem man durch die Priele watet und hofft, auf einen Plattfisch zu treten, um ihn dann zu fangen etc.)

Freitag Nacht bin ich mit anderen Deutschen wieder ins Saxo (der Laden von der Ersti-Party) gefahren. Das Taxi war recht günstig, allerdings das nobelste Auto, in dem ich je gesessen habe. Diesmal waren wir um 1 Uhr nachts anstatt um 14 Uhr mittags da. Da war noch nicht soviel los; es füllte sich dann aber. Musik wieder von RnB bis Dancefloor… Aber ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben!
Samstag waren wir wieder in der Disko vom Manisa Hotel. Da war ein Konzert der Authentic Street Brothers, eine der lokalen Reggae-Groessen. Gute Musik - endlich...

- z Leisure Master ;-)

Freitag, September 08, 2006

Mein erstes Auto!

Letzte Woche Montag der Feiertag war Ganesh Chaturthi. Ganesha ist ein Hindu-Gott mit Elefanten-Kopf und Ratte in der Hand. Durch Flic en Flac zog an diesem Tag eine religiöse Prozession, die mich stark an Bremer Kurden-Demos erinnert hat.

Mittlerweile ist noch ne deutsche Gaststudentin nach Flic en Flac gezogen. Diana studiert Medizin und macht grad ein Praktikum in einem öffentlichen Krankenhaus in Quatre Bornes. Gleich am ersten Tag durfte sie mehrere Geburten miterleben. Generell überwiegt bei ihren Erfahrungen eher der Schreck als die Begeisterung…

Letzten Freitag waren die Gaststudenten aus den USA und GB bei uns zu Gast. Barbecue war angesagt: irgendwas Barschartiges landete auf dem Grill. Habe mir daraufhin ein Fisch-Bestimmungsbuch zugelegt und bin bei meinen Recherchen zu dem Schluss gekommen, dass es sich wohl um Caranx Sexfasciatus gehandelt hat.
Anschließend sind wir noch in eine Disko an der Strandmeile. Die Musik beschränkte sich auf HipHop & RnB und das Publikum setzte sich folgerichtig hauptsächlich aus Afro-Mauritiern zusammen.

Samstag hatten mich einheimische Kommilitonen zum Pferderennen nach Port Louis eingeladen. Mauritier lieben es, bei diesem wöchentlichen Spektakel auf dem Champ de Mars ihr Geld zu verzocken. Als dann ein Pferd namens „Germany On“ an den Start gehen sollte, fühlte ich mich auch zum Wetten genötigt. Leider hat es nur den dritten Platz gemacht und mich so um 50 Mauritische Rupien (ca. 1,25 €) gebracht. :-(

Kaum zu glauben, aber wahr: Am Dienstag habe ich mir mit Diana und Peter ein Auto gekauft. Mein erstes Auto!!! Ein roter Proton Saga, Baujahr 1990. Der Spaß kostete uns 48.000 MR (ca. 1.200€). Das Lenkrad ist vom Fahrersitz schwer erreichbar, auch sind die Pedale vor dem Beifahrersitz montiert. Setzt man sich allerdings auf die rechte Seite (so machen das die Mauritier), ist das Fahrwerk einfacher zu bedienen, allerdings muss man mit der linken Hand schalten.
In Deutschland würde man sich mit einem solchen fahrbaren Untersatz wohl nicht mehr auf die Straße trauen (dafür würde wohl auch der TÜV sorgen), aber hier gehört er wohl noch zum unteren Mittelmaß. Auch scheint der Preis recht hoch, jedoch sind Autos auf Mauritius teures Importgut. Kaufverträge sind hier auch nicht Usus, da muss wohl ne Quittung reichen…
Sonntag habe ich mir das Auto schon angeschaut und eine erste Probefahrt im Linksverkehr gemacht. Hui! Das Fahrwerk ist in Ordnung, jedoch lässt ein erster Anblick der Blechkiste einiges zu wünschen übrig. Unmittelbar nach dem Kauf ist die Fensterscheibe der linken Hintertür beim Versuch selbige hochzukurbeln mit einem entsprechenden Geräusch in der Tür verschwunden. Kann für Cabrio-Feeling sorgen, bleibt abzuwarten. Das Auto befindet sich nun in der Werkstatt und wartet auf weitere Anweisungen…

Gute Nacht!