Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Sonntag, Oktober 29, 2006

Elternbesuch

Freitag hab ich mit meinen Eltern einen Trip gemacht entlang der Nordwestküste. Erst wollten wir zur Baie aux Tortues (Schildkrötenbucht), einem Meeresnationalpark. Detailliertes Kartenmaterial ist hier rar, abgelegene Straßen schlecht zu befahren und somit haben wir leider keinen passenden Zugang zur Küste gefunden.
Dafür sind wir in der Baie du Tombeau (Grabesbucht) gelandet. War schöner als es klingt! In Pointe aux Piments haben wir uns das Mauritius Aquarium angeschaut. Da gab's dann alles, was hier so in der Lagune auftauchen kann...

Beim Schnorcheln vor Trou aux Biches (Hirschkühe-Senke) ist uns so ein Meerestier begegnet, wo ich immernoch nicht weiß ob es ein Aal, eine Muräne oder eine Wasserschlange war (wohl letzteres):
In Grand Baie (Nordküste) war unsere Tour zu Ende. In der Linkliste meines Blogs findet ihr auch die Inselkarte, wenn ihr euch das genauer anschauen möchtet.

Samstag haben wir den Casela Nature and Leisure Park besucht. Der liegt gleich bei Flic en Flac, umfasst einen Safari Park und einen Vogelpark. Auf der halbstündigen Safari mit nem Jeep bin ich mir vorgekommen wie in nem afrikanischen Nationalpark (war zwar noch nie da, aber so Zebras, Antilopen, Staußen etc...). In Gehegen gibt es viele weitere Tiere zu sehen: Tiger, Schildkröten etc. Zwischendurch waren ich mit meinem Vater mal ne runde angeln an nem Teich. Der artenreiche Vogelpark ist echt sehenswert & lässt das Orni-Herz höher schlagen! ;-)

Sonntag waren wir beim Sugar Beach Resort. Arnaud arbeitet im Wassersportzentrum und somit konnten wir mal gratis Laser segeln. Als ich das letzte Mal Laser gesegelt bin - vor etwa 6 Jahren auf dem Losheimer Stausee - ist mir der Mast gebrochen und das Segel gerissen... Diesmal gings besser! :-)

Anschließend war ich noch windsurfen und meine Eltern paddeln.

Die Appartementanlage meiner Eltern (blaues Dach, H-förmiges Gebäude, in der Mitte des Bildes) ist gleich südlich von meiner (diffus graues Dach, längliches Gebäude). Hier sieht man auch, wie nah wir es zum Meer haben...
Grad über die Küstenstraße, 25m durch den Filaos-Wald und schon steht man auf einem weißen Sandstrand vor einer türkisen Lagune. In einer Entfernung von über 100m sieht man sich die Wellen am Korallenriff brechen und dahinter das tiefe endlose Blau des Indischen Ozeans...

Mittwoch, Oktober 25, 2006

I proudly present: MEINE WG

Die Protagonisten:

Olivia wurde diesen Monat 26 und kommt aus Annecy in Ober-Savoyen (F). Sie spricht besser Deutsch als ich Englisch aber ich spreche besser Französisch als sie Englisch - behaupt' ich jetzt mal. Sie ist Hotelfachfrau und studiert hier Management am gleichen Fachbereich wie ich. Eigentlich wollte sie zwei Semester bleiben und einen Abschluss machen, hat aber jetzt auf ein Semester verkürzt, da viele ihrer Lehrveranstaltungen in ihrer Muttersprache anstatt wie ausgewiesen auf Englisch abgehalten werden. Ihr Englisch verbessert sie jetzt am Britisch Council. Ihr Studium hier hat sie so gut wie aufgegeben, aber dafür ein Praktikum im Hilton Mauritius (5*-Hotel in Wolmar) angefangen.

Jan-Peter wird nächsten Monat 22 und kommt aus Kiel. Da die Mauritier auf "Jan" weniger gut klarkommen, stellt er sich nur noch mit "Peter" vor. Er studiert eigentlich Kognitionswissenschaft in Osnabrück (auch so ein Orchideenfach wie Freizeitwissenschaft!) und hat hier verschiedene Kurse aus den Bereichen Psychologie und Neurobiologie belegt. Er konnte nicht soviele Lehrveranstaltungen belegen wie gewünscht und hat deswegen angefangen, in einem Sozialforschungsinstitut zu arbeiten. Nun hat er also sein eigenes Büro mit modernster Ausstattung in der Uni.
Beide fliegen kurz vor Weihnachten wieder zurück nach Frankreich bzw. Deutschland.

Und dann bin da noch ICH.
... werde meinen 24. Geburtstag auf Mauritius feiern und am 15.2. wieder in Düsseldorf landen. An Weiberfastnacht - was für ein Zufall! 8-D

Denn dann fliegen dort die Löcher aus dem Käse...


Wer unser (Diana, Peter & ich) tolles Auto kennen würde, hätte es nicht für möglich gehalten: Am letzten Freitag haben wir tatsächlich den Roadfitness-Test (~ TÜV) mit der Karre geschafft! Der Typ ist einmal um das Prachtstück herumgelaufen und hat einen Blick unter die Motorhaube gewagt, das wars... Er hat also nicht bemerkt, dass Bremse und Stoßdämpfer vorne rechts nicht in Ordnung waren, eine Zündkerze nicht funktionierte und unser Auspuff vor dem Topf abgebrochen war. RESPEKT! Man stelle sich das Geräusch einer schleifenden Bremse, einer Maschine auf 3 Zündkerzen und dem gebrochenen Auspuff vor! Nach unserem Auto haben sich sogar die Mauritier an der Straße umgedreht... (das will was heißen)
Hab Mittwoch dann den halben Tag beim Mechaniker verbracht, da wir so doch nicht weiterfahren wollten und für ca. 25€ ist nun wieder alles in Ordnung :-x

Letzte Woche war Diwali, ein hinduistisches Fest und natürlich öffentlicher Feiertag. Alles war mit bunten Lichtern geschmückt (erinnert etwas an Weihnachten), es wird soviel geböllert wie an Silvester und man schenkt sich gegenseitig selbstgemachte Süßigkeiten (Feingebäck).
Anfang dieser Woche war dann das muslimische Zuckerfest, also das Ende des Ramadan und damit der nächste öffentliche Feiertag. Die Frauen bemalen sich mit Henna-Farben und kein Moslem (17% der Bevölkerung) arbeitet in den umgebenden 3 Tagen. Alle Mauritier mussten Sonntag abend TV schauen, um zu erfahren, an welchem Tag der Feiertag ist. Hätte nämlich der oberste Geistliche der Muslimen hier Sonntag abend den Mond gesehen, wäre Montag gleich frei gewesen. Da es aber anscheinend bewölkt war, wurde der Feiertag auf Dienstag gelegt.
Die Mauritier sind schon flexibel!!!

Letztens hatte die mauritische Telekom arge Probleme mit ihrem Mobilfunknetz. Und zwar wurden einfach keine Gebühren für Gespräche und SMS abgebucht. Das hat sich wohl innerhalb des Vormittags bei allen 1,2 Mio. Mauritiern rumgesprochen. Jedenfalls haben sie alle wie wild telekommuniziert bis mittags das Netz komplett lahm gelegt wurde und kein Anruf mehr durchkam. Nachmittags war der Spuk dann wieder vorbei...

Sonntag morgen ist auch endlich diese ominöse "Kontrollkommission" (vgl. Kommentarforum des letzten Posts) gelandet: meine Eltern - 3 Wochen Urlaub auf Mauritius!
Den Feiertag haben wir genutzt zu einem Ausflug nach Chamarel (Wasserfälle und "Siebenfarbige Erde").

Über Baie du Cap (Südküste) gings dann weiter zur nem Schnorcheltrip vor der Halbinsel Le Morne.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Applied Leisure Studies in an international setting

Um's nochmal zu erwähnen:
Ich studiere Tourismus-, Freizeit- und Erholungsmanagement auf Mauritius. Aber dazu nun mal einige Klarstellungen...

Ich habe 5 Lehrveranstaltungen (Kombinationen aus Vorlesung & Seminar) à 4 Semesterwochenstunden in einem freizeitwissenschaftlichen Bachelor-Studiengang des Departments of Management der hiesigen Uni:
  1. "Ecotourism & Natural Resources Management" wird gelehrt von Frau Dookhony-Ramphul, meiner Studienprogramm-Koordinatorin. Im Zwischentest konnte ich das zweitbeste Ergebnis aus dem Kurs erzielen. Mit einer Projektgruppe von 4 Leuten schreiben wir eine Fallstudie über Schutzgebiets-Tourismus auf der Ile aux Aigrettes. Unsere Studienarbeit (Assignment) ist fast fertig, bald müssen wir darüber im Kurs referieren (Presentation).
  2. "Coastal Recreation Management" wird gelehrt von Herrn Nunkoo. Sein elanvoller Vortragsstil macht es einfach, dem Inhalt zu folgen. Der mauritische Akzent in seinem Englisch ist echt lustig. Er hat einen Bachelor- in Indien (Mumbai/Bombay) und zwei Masterstudiengänge in England (Westminster) absolviert und fordert höchstes akademisches Niveau. Mein Zwischentest gestern lief leider völlig beschissen bzw. grottenschlecht. Wenn ich durchfalle werde ich nicht zur Abschlussprüfung zugelassen.
  3. "Managing Service Quality in Tourism & Leisure" wird gelehrt von Herrn Kassean. Er spricht gutes British English. Wir müssen eine Fallstudie über ein Dienstleistungsunternehmen im Freizeit-/Tourismussektor mit Studienarbeit und Referat verfassen.
  4. "Managing Change in Tourism & Leisure" wird ebenfalls gelehrt von Herrn Nunkoo. Jede Woche gibt es haufenweise Artikel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu lesen, sodass ich mit der Revision kaum hinterherkomme. Den Zwischentest habe ich gerade so bestanden, da er äußerst kritisch bewertet wurde.
  5. "Outdoor Recreation Education" ist eine Blockveranstaltung und hat noch nicht angefangen. Es ist aber eine Pflichtveranstaltung für meine Kommilitonen im Abschlusssemester, sodass es wohl in Kürze losgeht.
Allgemeine Anmerkungen zum Studium an der University of Mauritius:
  • Mein Studiengang muss sich vom wissenschaftlichen Anspruch keineswegs hinter deutschen fachverwandte Studiengängen verstecken. Ich habe allerdings auch nur Kurse auf fortgeschrittenem Niveau, d.h. aus dem Abschlussjahr bzw. -semester. Der Studiengang hier ist noch recht jung, was wohl in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass alle Dozenten im Ausland studiert haben und ein entsprechendes akademisches Niveau mitgebracht haben. (Die einzelnen Studiengänge der University of Mauritius variieren stark bezüglich des Niveaus.) Bald will man einen Master-Studiengang im Bereich Freizeit & Tourismus einführen.
  • Durch Zwischentests, Studienarbeiten und Referaten ist man auch vor den Abschlussprüfungen recht gut beschäftigt. Es gibt viele Texte zu lesen, sodass einem schwer langweilig wird. Mein wöchentliches Freizeitbudget hat sich somit leider um einiges reduziert.
  • Die Lehrveranstaltungen beginnen meist ct, aber darauf kann man sich nicht verlassen. Also ist pünktliches Erscheinen angebracht. Nicht selten ist der Dozent vor Zeitablauf mit seinem Stoff durch.
  • Der freizeitwissenschaftliche Bibliotheksbestand rekrutiert sich entsprechend der Studiengangs-Laufzeit aus den vergangenen paar Jahren. Aktuelle Literatur ist somit Standard und meist in mehrfacher Ausführung zu haben. Außerdem sind sämtliche Abschlussarbeiten (Bachelor-Thesis) als Präsenzbibliothek verfügbar.
  • Rechnerräume (Computer Labs) gibt es reichlich. Allerdings sind diese recht hoch frequentiert und nicht selten durch Lehrveranstaltungen besetzt. Meist findet sich jedoch ein freier PC. Deren Wartung lässt leider einiges zu wünschen übrig, was vor allem daran liegt, dass alle frei zugänglich sind und kein Login zu einem möglichen persönlichen Account im Netzwerk nötig ist. So habe ich mir auf meinem USB-Stick schon einiges an schädlicher Software eingefangen. Die Internetverbindung ist oft ziemlich langsam; man sollte also die Stoßzeiten (Mittagspause) am besten vermeiden.
  • Mein Verständnis akademischen Englischs hat sich deutlich verbessert, da ich fleißig Vokabeln lerne. Mein Französisch hat sich nur unwesentlich verbessert, aber ich freue mich, es zum ersten Mal seit dem Abi wirklich gebrauchen zu können. Kreolisch bleibt nach wie vor unverständlich, aber ich mache mich langsam mit Alltagsfloskeln vertraut; habe mir auch einen Sprachführer gekauft. Unsere Kommilitonen freuen sich jedes Mal sehr wenn wir internationalen Gaststudenten Kreolisch reden, besonders wenn wir in den passenden Situationen die richtigen Schimpfwörter finden...
  • In den Kursen wird Englisch gesprochen. Lehrmedium in den vier bisher besuchten Lehrveranstaltungen ist MS Power Point, das gilt auch bei Referaten als Standard. Bei Referaten muss man übrigens klassisch gekleidet sein - ich werde also zum ersten Mal in meinem Leben zu einem reellen Anlass eine Krawatte tragen (müssen).
  • Bei organisatorischen Dingen hilft uns die Koordinatorin für internationale Gaststudenten. Sie ist eine schwedische Dozentin, die mit einem einheimischen Dozenten verheiratet ist. Für letztes Wochenende hat sie eine Party für uns im Outdoor Centre des Ministeriums für Jugend & Sport hier in Flic en Flac organisiert. Aus Europa sind wir meines Wissens nur 5 Norwegerinnen, 3 Deutsche (2m, 1w) und 1 Französin.
  • Es gibt auch noch ein zusätzliches International Office, aber da habe ich bisher noch nicht herausgefunden, wer was macht bzw. machen sollte. Die Uni-Verwaltung ist im Allgemeinen recht langsam und etwas über-bürokratisiert. Manchmal tut es wirklich weh, sich als Europäer diese Unproduktivität anzusehen. Was man aus einer deutschen Hochschule mit solchen finanziellen Mitteln und materiellen Ressourcen alles machen könnte... - wow!
  • Wir befinden uns gerade in der 10. von 15 Semester-Wochen. Ende November beginnt eine dreiwöchige Prüfungszeit, wo jede Lehrveranstaltung mit einer zweistündigen Klausur abgeschlossen wird.
  • Drei meiner Kurse habe ich gemeinsam mit Leuten aus dem 7. Semester (Abschluss-Semester) des Vollzeit-Studienprogramms, die anderen beiden mit Teilzeitstudenten, die idR berufstätig sind. Bei den Erstgenannten habe ich schnell Anschluss gefunden, da wir oft Zeit zusammen auf dem Campus verbringen. Die anderen sind ausschließlich zu Lehrveranstaltungen an der Uni, was meine soziale Integration in die Gruppe etwas hemmt. Man ist jedoch überall sehr um mich bemüht.
  • Eine studentische WG-Kultur gibt es hier nicht. Man wohnt bei seinen Eltern, bis man verheiratet ist. Also kommen alle 6.000 bis 7.000 Studenten jeden Tag von überall auf der Insel aus ihren Elternhäusern (das sind zwar nie mehr als 30km, was aber mit dem Bus auch locker 2h dauern kann). Glücklicherweise ist die Uni ziemlich in der Mitte der Insel.
  • Um nicht soviel zu Hause rum zu hängen, verbringen Studenten die meiste Zeit auf dem Campus. An Freizeitangeboten mangelt es dort nicht. Dominierend ist hier Carrom. Auch Billard-Tische gibt es einige. Ansonsten kann man sich viele Spiele einfach ausleihen. Zu erwähnen ist auch das Sportzentrum auf dem Campus: eine große Halle mit moderner Ausstattung. Hier spiele ich Volleyball. (Wir hatten heute unser erstes Match mit der Uni-Mannschaft: ein Freundschaftsspiel gegen eine Vereinsmannschaft. Gewonnen!) Auch das kostenlose Fitness-Studio lässt nichts zu wünschen übrig. Für jede Sport- & Spielart gibt es hier ein Turnier, wo jeder mitmachen kann. Echt spaßig! Ich spiele auch beim Fußball-Turnier, das bald startet...
  • Für das leibliche Wohl ist auch recht gut gesorgt. Es gibt eine große Mensa & Cafete sowie weitere kleinere & ein paar Snackbars rund um den Campus. Als warme Mahlzeit gibt es meist mauritische Nudel- oder Reisgerichte; als Snacks oft exotisches Obst mit noch exotischeren Soßen und nachmittags eine Auswahl an Feingebäck.

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Finale! o-o

Seit letztem Freitag habe ich übrigens endlich Internet hier in meiner Strandhütte! Schluss mit der Isolation... Bin jetzt also für kostenlose Telefonate über Skype erreichbar.

In unserem mehrwöchigen uni-internen Volleyball-Turnier haben wir letzten Freitag das Finale erreicht. Wir hatten sogar original "University of Mauritius"-Trikots, weil wir ja das "Staff"-Team waren (trotz 6 Studenten)...
Wir haben natürlich gewonnen... leider aber nur an Erfahrung. Es war ein spannendes Match, das im 5. Satz zu unseren ungunsten entschieden wurde. Nach einem 0:2 Rückstand konnten wir nochmal ausgleichen, aber dann :-(

Mittlerweile haben wir auch mit der Uniauswahl-Mannschaft angefangen, für das Spiel gegen die Uni von Reunion zu trainieren. Hab sogar parallel mit nem Fitness-Programm angefangen; sowas mach ich normalerweise nie (habs aber leider bitter nötig)! Aber am Strand lang joggen verspricht hier auch ein paar nette Ausblicke...
Ich spiele voraussichtlich als Libero. (Das sind normal die Spieler, die im Angriff, Block, Zuspiel und Aufschlag zu schwach sind und nur für die Abwehr zu gebrauchen sind, also wo's ordentlich was auf die Mütze gibt...)

An unserer Uni waren letzte Woche Wahlen der Studierendenvertretung. Das Spektakel hat sogar den deutschen Bundestags-Wahlkampf übertroffen:

Letztes Wochenende war viel Feiern angesagt.
Freitag abend Privat-Party mit Live-Musik von Sega bis Internationale Folklore - bunt gemixt wie die Feiernden.
Dieses Musikinstrument heißt Ravanne. Man spielt es in der traditionellen mauritischen Musik (Sega). Unsere einheimischen Kommilitonen haben da echt gut Stimmung verbreitet.
Sonntag war Dianas (unsere Auto-Mitbesitzerin) Geburtstag, dem nahezu 24h entsprechend gehuldigt wurde. Ihr Freund Kevin ist Polizist; das kann uns in diversen Lebens(un-)lagen ggf. einiges an Ärger ersparen... :-)

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Hooray! Hooray! it's a holi-holiday

... sing a summer song, skip along, holi-holiday.

Mit der entsprechenden Melodie kommen einem diese Zeilen sicher bekannt vor. Genau, sie stammen von 'Boney M.', der 70-er Jahre Disko-Formation mit deutschen Wurzeln. Die waren letzten Samstag auf Mauritius. Nicht ohne uns... Super Party! Auch wenn der Auftritt nur ne Stunde gedauert hat. Waren um 4 Uhr morgens zu hause.

2h Schlaf mussten vorerst reichen, denn um 6 gings wieder raus aus den Feder(kerne)n. Auf gings zur Ile aux Cerfs mit einer Gruppe von Mauritiern und Gaststudenten. Das Boot startete in Grande Rivière Sud-Est erstmal zu den Wasserfällen flussaufwärts.
Dann durch die Mündungsbucht und die Lagune der traumhaften abgelegenen Insel.
Bei der Strandwanderung war ich als ehemaliger Nationalparkranger natürlich von den Spülsaumfunden begeistert...
Meine Lieblingsspeise hier ist frische Ananas am Stiel. Die gibt es komplett und geschält in der Hauptstadt für umgerechnet 0,25€, an exklusiven Traumstränden für etwas mehr...
Auf der Ile aux Cerfs gibt es auch einen wunderschönen Golfplatz. Angelegt von Bernhard Langer, dem bekanntesten deutschen Golfer und ehemaligen Weltranglisten-Ersten.
Den Spaß Wochenende konnte auch ein weiterer Test gleich am Montag nicht verderben. Fach: "Ecotourism & Natural Resources Management". Darin hatte ich schon ein paar Kenntnisse aus vergangenen Lehrveranstaltungen in Deutschland. Es lief einigermaßen, das Ergebnis bleibt abzuwarten...

Nach 4 Wochen in der Werkstatt haben wir am Dienstag unser Auto mal wieder zu Gesicht bekommen, zum ersten Mal nach dem Kauf. Zeit ist also nicht nur relativ in Bezug auf die Entfernung zu einem Massezentrum, sondern auch in Bezug auf die Entfernung zum Festland. Den ganzen Dienstag und Mittwoch habe ich damit verbracht, Ersatzteile zu beschaffen und diese einbauen zu lassen. Unglaublich. Ich dachte eigentlich, ich wäre ein geduldiger Mensch. Aber nee...
Das ist unser Prachtstück: Proton Saga.
Das mit dem Linksfahrgebot hab ich auch recht schnell kapiert. Schalten mit links ist echt mal komisch und wenn ich manchmal blinken will geht eben der Scheibenwischer an...
Allerdings ist es etwas anstrengend in Port Louis zu fahren, da sehr viel Verkehr ist. Man wird gleichzeitig links und rechts von irgendwelchen Mofas überholt. Hupen ist Nationalsport und hat eine entscheidend andere Bedeutung als in Deutschland: Es heißt nicht "Ey du Idiot, kannst du kein Autofahren?!" sondern eher "Ey du Idiot, ich kann kein Autofahren. Brems oder dein Auto muss (wieder) in die Werkstatt...!" Also man hupt nicht, weil man sich in einer Gefahrensituation befindet, sondern weil man jemand anderen gleich in eine solche bringt. Halsbrecherische Überholmanöver gehören demnach zur Tagesordnung.
Was wir immernoch nicht rausgefunden haben, ob im Linksverkehr auch "Rechts vor Links" gilt oder nicht. Kann uns das jemand erklären?!? -DRINGEND- Bitte im Kommentarforum diskutieren...

Hier kann man übrigens im Supermarkt das ganze Jahr über Feuerwerk kaufen. Das haben wir auch gleich mal gemacht und so stilvoll den Tag der Deutschen Einheit am Strand im Indischen Ozean gefeiert. Als Beilage deutsches Dosenbier. Dosenbier macht schlau!