Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Applied Leisure Studies in an international setting

Um's nochmal zu erwähnen:
Ich studiere Tourismus-, Freizeit- und Erholungsmanagement auf Mauritius. Aber dazu nun mal einige Klarstellungen...

Ich habe 5 Lehrveranstaltungen (Kombinationen aus Vorlesung & Seminar) à 4 Semesterwochenstunden in einem freizeitwissenschaftlichen Bachelor-Studiengang des Departments of Management der hiesigen Uni:
  1. "Ecotourism & Natural Resources Management" wird gelehrt von Frau Dookhony-Ramphul, meiner Studienprogramm-Koordinatorin. Im Zwischentest konnte ich das zweitbeste Ergebnis aus dem Kurs erzielen. Mit einer Projektgruppe von 4 Leuten schreiben wir eine Fallstudie über Schutzgebiets-Tourismus auf der Ile aux Aigrettes. Unsere Studienarbeit (Assignment) ist fast fertig, bald müssen wir darüber im Kurs referieren (Presentation).
  2. "Coastal Recreation Management" wird gelehrt von Herrn Nunkoo. Sein elanvoller Vortragsstil macht es einfach, dem Inhalt zu folgen. Der mauritische Akzent in seinem Englisch ist echt lustig. Er hat einen Bachelor- in Indien (Mumbai/Bombay) und zwei Masterstudiengänge in England (Westminster) absolviert und fordert höchstes akademisches Niveau. Mein Zwischentest gestern lief leider völlig beschissen bzw. grottenschlecht. Wenn ich durchfalle werde ich nicht zur Abschlussprüfung zugelassen.
  3. "Managing Service Quality in Tourism & Leisure" wird gelehrt von Herrn Kassean. Er spricht gutes British English. Wir müssen eine Fallstudie über ein Dienstleistungsunternehmen im Freizeit-/Tourismussektor mit Studienarbeit und Referat verfassen.
  4. "Managing Change in Tourism & Leisure" wird ebenfalls gelehrt von Herrn Nunkoo. Jede Woche gibt es haufenweise Artikel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu lesen, sodass ich mit der Revision kaum hinterherkomme. Den Zwischentest habe ich gerade so bestanden, da er äußerst kritisch bewertet wurde.
  5. "Outdoor Recreation Education" ist eine Blockveranstaltung und hat noch nicht angefangen. Es ist aber eine Pflichtveranstaltung für meine Kommilitonen im Abschlusssemester, sodass es wohl in Kürze losgeht.
Allgemeine Anmerkungen zum Studium an der University of Mauritius:
  • Mein Studiengang muss sich vom wissenschaftlichen Anspruch keineswegs hinter deutschen fachverwandte Studiengängen verstecken. Ich habe allerdings auch nur Kurse auf fortgeschrittenem Niveau, d.h. aus dem Abschlussjahr bzw. -semester. Der Studiengang hier ist noch recht jung, was wohl in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass alle Dozenten im Ausland studiert haben und ein entsprechendes akademisches Niveau mitgebracht haben. (Die einzelnen Studiengänge der University of Mauritius variieren stark bezüglich des Niveaus.) Bald will man einen Master-Studiengang im Bereich Freizeit & Tourismus einführen.
  • Durch Zwischentests, Studienarbeiten und Referaten ist man auch vor den Abschlussprüfungen recht gut beschäftigt. Es gibt viele Texte zu lesen, sodass einem schwer langweilig wird. Mein wöchentliches Freizeitbudget hat sich somit leider um einiges reduziert.
  • Die Lehrveranstaltungen beginnen meist ct, aber darauf kann man sich nicht verlassen. Also ist pünktliches Erscheinen angebracht. Nicht selten ist der Dozent vor Zeitablauf mit seinem Stoff durch.
  • Der freizeitwissenschaftliche Bibliotheksbestand rekrutiert sich entsprechend der Studiengangs-Laufzeit aus den vergangenen paar Jahren. Aktuelle Literatur ist somit Standard und meist in mehrfacher Ausführung zu haben. Außerdem sind sämtliche Abschlussarbeiten (Bachelor-Thesis) als Präsenzbibliothek verfügbar.
  • Rechnerräume (Computer Labs) gibt es reichlich. Allerdings sind diese recht hoch frequentiert und nicht selten durch Lehrveranstaltungen besetzt. Meist findet sich jedoch ein freier PC. Deren Wartung lässt leider einiges zu wünschen übrig, was vor allem daran liegt, dass alle frei zugänglich sind und kein Login zu einem möglichen persönlichen Account im Netzwerk nötig ist. So habe ich mir auf meinem USB-Stick schon einiges an schädlicher Software eingefangen. Die Internetverbindung ist oft ziemlich langsam; man sollte also die Stoßzeiten (Mittagspause) am besten vermeiden.
  • Mein Verständnis akademischen Englischs hat sich deutlich verbessert, da ich fleißig Vokabeln lerne. Mein Französisch hat sich nur unwesentlich verbessert, aber ich freue mich, es zum ersten Mal seit dem Abi wirklich gebrauchen zu können. Kreolisch bleibt nach wie vor unverständlich, aber ich mache mich langsam mit Alltagsfloskeln vertraut; habe mir auch einen Sprachführer gekauft. Unsere Kommilitonen freuen sich jedes Mal sehr wenn wir internationalen Gaststudenten Kreolisch reden, besonders wenn wir in den passenden Situationen die richtigen Schimpfwörter finden...
  • In den Kursen wird Englisch gesprochen. Lehrmedium in den vier bisher besuchten Lehrveranstaltungen ist MS Power Point, das gilt auch bei Referaten als Standard. Bei Referaten muss man übrigens klassisch gekleidet sein - ich werde also zum ersten Mal in meinem Leben zu einem reellen Anlass eine Krawatte tragen (müssen).
  • Bei organisatorischen Dingen hilft uns die Koordinatorin für internationale Gaststudenten. Sie ist eine schwedische Dozentin, die mit einem einheimischen Dozenten verheiratet ist. Für letztes Wochenende hat sie eine Party für uns im Outdoor Centre des Ministeriums für Jugend & Sport hier in Flic en Flac organisiert. Aus Europa sind wir meines Wissens nur 5 Norwegerinnen, 3 Deutsche (2m, 1w) und 1 Französin.
  • Es gibt auch noch ein zusätzliches International Office, aber da habe ich bisher noch nicht herausgefunden, wer was macht bzw. machen sollte. Die Uni-Verwaltung ist im Allgemeinen recht langsam und etwas über-bürokratisiert. Manchmal tut es wirklich weh, sich als Europäer diese Unproduktivität anzusehen. Was man aus einer deutschen Hochschule mit solchen finanziellen Mitteln und materiellen Ressourcen alles machen könnte... - wow!
  • Wir befinden uns gerade in der 10. von 15 Semester-Wochen. Ende November beginnt eine dreiwöchige Prüfungszeit, wo jede Lehrveranstaltung mit einer zweistündigen Klausur abgeschlossen wird.
  • Drei meiner Kurse habe ich gemeinsam mit Leuten aus dem 7. Semester (Abschluss-Semester) des Vollzeit-Studienprogramms, die anderen beiden mit Teilzeitstudenten, die idR berufstätig sind. Bei den Erstgenannten habe ich schnell Anschluss gefunden, da wir oft Zeit zusammen auf dem Campus verbringen. Die anderen sind ausschließlich zu Lehrveranstaltungen an der Uni, was meine soziale Integration in die Gruppe etwas hemmt. Man ist jedoch überall sehr um mich bemüht.
  • Eine studentische WG-Kultur gibt es hier nicht. Man wohnt bei seinen Eltern, bis man verheiratet ist. Also kommen alle 6.000 bis 7.000 Studenten jeden Tag von überall auf der Insel aus ihren Elternhäusern (das sind zwar nie mehr als 30km, was aber mit dem Bus auch locker 2h dauern kann). Glücklicherweise ist die Uni ziemlich in der Mitte der Insel.
  • Um nicht soviel zu Hause rum zu hängen, verbringen Studenten die meiste Zeit auf dem Campus. An Freizeitangeboten mangelt es dort nicht. Dominierend ist hier Carrom. Auch Billard-Tische gibt es einige. Ansonsten kann man sich viele Spiele einfach ausleihen. Zu erwähnen ist auch das Sportzentrum auf dem Campus: eine große Halle mit moderner Ausstattung. Hier spiele ich Volleyball. (Wir hatten heute unser erstes Match mit der Uni-Mannschaft: ein Freundschaftsspiel gegen eine Vereinsmannschaft. Gewonnen!) Auch das kostenlose Fitness-Studio lässt nichts zu wünschen übrig. Für jede Sport- & Spielart gibt es hier ein Turnier, wo jeder mitmachen kann. Echt spaßig! Ich spiele auch beim Fußball-Turnier, das bald startet...
  • Für das leibliche Wohl ist auch recht gut gesorgt. Es gibt eine große Mensa & Cafete sowie weitere kleinere & ein paar Snackbars rund um den Campus. Als warme Mahlzeit gibt es meist mauritische Nudel- oder Reisgerichte; als Snacks oft exotisches Obst mit noch exotischeren Soßen und nachmittags eine Auswahl an Feingebäck.

12 Comments:

Anonymous Anonym said...

jetzt versucht er uns auch noch zu erzählen, er würde dort auch noch "arbeiten"... tssssss kläglicher versuch :D

vermiss dich :*

19 Oktober, 2006 04:41

 
Anonymous Anonym said...

Hallo lilsis,
dafür ist doch bald das KONTROLLKOMITEE unterwegs, um die Zustände vor Ort zu prüfen. Mal schauen, vielleicht verlagert die Vorsitzende des KONTROLLKOMITEEs ja die Örtlichkeit der Ferienhausvermietung in eine klimatisch angenehmere Zone. Bring sie mal heil zum Flughafen, damit sie genauso zurückkommen mögen.
Viele Grüsse aus AC

19 Oktober, 2006 11:55

 
Blogger bjoern@mumbai said...

Ich kann ja eigentlich Blködsinn zu jedem Thema erzählen, aber irgendwie finde ich zu diesem Beitrag gar keien Worte.. noch nicht mal was sinnfreies (das liegt mir ja am meisten...)

Ich hoff Nadja hat Recht und die beschriebenen Umstände sind mal wieder Reality pimped by Flo...

19 Oktober, 2006 22:29

 
Blogger inselsheriff said...

röschtösch

20 Oktober, 2006 20:10

 
Anonymous Anonym said...

DU HAST EINE AFFAIRE???

...auch das noch!! gut dass das kontrollkomittee bald unterwegs ist...

:P

20 Oktober, 2006 20:24

 
Blogger inselsheriff said...

...???

20 Oktober, 2006 21:26

 
Anonymous Anonym said...

Ok, ich erkläre hiermit dieses Thema offiziell für beendet, allerdings bleibt die Frage, was du in der Zeit machst, in der du Maria im Glauben lässt, du würdest lernen ;-)

Hugs & kisses aus dem schönen Saarland!

20 Oktober, 2006 22:41

 
Blogger inselsheriff said...

Da musst du wohl den Bericht des Kontrollkomitees abwarten...
Mir glaubt ja hier eh keiner!

LG aus dem frühlingshaften Mauritius

21 Oktober, 2006 16:26

 
Blogger bjoern@mumbai said...

Ja, ich stelle heirmit eine offizielle Petition für einen reality-Ckeck-Blog vom Konroll-Komitee!

22 Oktober, 2006 13:59

 
Anonymous Anonym said...

... das ist ja fast schon der gesamte Inhalt seines Nachbereitungsseminars zum Auslandsemester .. :-)

22 Oktober, 2006 14:49

 
Blogger inselsheriff said...

Lieber Herr Prof. Dr. Bernd Stecker,

bin ich somit von der Pflicht zum Besuch der Lehrveranstaltung "Nachbereitung des Auslandssemesters" entbunden?

Dann könnte ich meinen Aufenthalt hier ja noch verlängern...

;-)

22 Oktober, 2006 19:03

 
Anonymous Anonym said...

Genau ... wehe!!!!! :-)

24 Oktober, 2006 14:48

 

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