Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Sonntag, November 05, 2006

Outdoor & Sport

Montag hat endlich mein Outdoor Recreation Education Kurs angefangen. Unsere Gastdozentin aus Groß-Britannien Prof. Dr. Barbara Humberstone kommt regelmäßig zum Windsurfen nach Mauritius und hält nebenbei dann mal ne Lehrveranstaltung an der Uni ab. Das geht dann leider nur in Blockform. So hatte ich also für anderthalb Wochen jeden Tag von 9 bis 16 Uhr dasselbe Fach. Jeden Dienstag & Mittwoch hat sich dann noch die Nachmittagsveranstaltung mit den Teilzeit-Studenten von 16 bis 19 Uhr angereiht...
War schon ne nervige Zeit, vor allem wenn man 9 Stunden in der Uni verbringt und mal ausnahmsweise Besuch aus der Heimat hat. Meine Eltern habe ich meist nur zum Abendessen gesehen. Nebenbei gab es auch noch recht viel für die Uni vor- und nachzubereiten, da gerade Hochsaison der Zwischenprüfungen ist. So habe ich in letzter Zeit nicht viel Tageslicht zu sehen bekommen, was sich leider bis Ende der Prüfungszeit auch nicht ändern wird. Da ist und bleibt man eben ein Weißer unter Braunen.
Mauritier vermeiden Sonnenlicht so weit wie möglich, da ihre Haut hell bleiben soll. Für ihr Schönheitsideal nehmen sie sich nämlich uns Weiße als Vorbild. Der Wahn der Weißen, endlich braun zu werden, kommt ihnen also reichlich komisch vor. Solche, die sich gleich mal nen üblen Sonnenbrand abholen, können sie wahrscheinlich nur schwer verstehen.
Wie das so zum Outdoor-Fach gehört, haben wir Donnerstag ne Exkursion gemacht (die einzige in meinem Semester hier). Vormittags haben wir eine Surfschule in Le Morne (Südwesten) besucht, die von einem Deutschen geleitet wird. Unsere Professorin ist da Stammkundin und hatte ihm von mir erzählt, sodass ich auch gleich mit "Servus!" begrüßt wurde... Das Surfrevier ist eins der schönsten der Welt (siehe Foto oben). Inhaltlich haben wir uns dort mit Risiko Management beschäftigt.
Nachmittags sind wir im Black River Gorges Nationalpark gewandert. Im Besucher-Infozentrum gibt es auch ein Vogelgehege mit einem Mauritius-Falken. Das war in den 70-er Jahren mit 4 Exemplaren der seltenste Vogel der Welt. Dank engagierter Aufzuchtprogramme konnte die Population dieser endemischen Art allerdings wieder gerettet werden. Bei unserem Trips nach Chamarel (vgl. vorige Post) haben wir den seltenen Mauritius-Sittich gesehen. Die schönen Weißschwanz-Tropikvögel sieht man öfter mal. Sonst hatte ich noch nicht wirklich Zeit zum 'Birdwatching'; kommt aber sicher noch...

Diese Woche stand Sports Exchange mit der Université de La Réunion auf dem Programm: in verschiedenen Sportarten sind Damen-/Herren-Teams gegeneinander angetreten. Es kam also eine große Sportdelegation mit Studenten von der Nachbarinsel. Zwei der Gaststudenten aus den USA haben in unserer Basketball-Mannschaft mitgespielt und ich in der Volleyball-Auswahl. Alle Teams wurden von der Uni mit Trikotsatz und Trainingsanzügen ausgestattet, die wir behalten dürfen.
Dienstag war unser Hinspiel, Freitag unser Rückspiel. Das spielerische Niveau hat gestimmt und die Stimmung war super: Trommelwirbel, Fahnenmeer und Schlachtgesänge von unseren Fans: Allé Maurice!
Ich habe mich mit Joel auf der Position des Libero abgewechselt. Das erste Spiel haben wir 3:0 verloren, allerdings recht knapp in den Sätzen, welche teilweise bis in die 30-er Punkte dauerten (normal ist bei 25 Schluss, aber man muss mit 2 Punkten Vorsprung gewinnen). Das zweite Spiel haben wir mit 3:1 gewonnen. Unser Fanblock war völlig aus dem Häuschen und lief von der Tribüne aufs Spielfeld und wir haben uns feiern lassen wie die Helden von Bern.
Es gab sogar ne Siegerehrung, bei der wir dann allerdings die Silbermedaille bekommen haben - aber das war egal.
Auch meine Eltern haben kräftig mit angefeuert.
Abends waren dann alle Sportler der Uni-Delegationen von Réunion und Mauritius zum Dinner in der Mensa eingeladen. Anschließend gings noch in ne Kneipe in Rose Hill und die Disko in Beau Bassin.

Sonntag (also quasi heute) ist schon Dianas Abreisetag. Sie wird jetzt in Würzburg weiter Medizin studieren. Morgens haben wir sie zum Flughafen gebracht.
Mit Olivia und meinen Eltern bin ich anschließend nach Souillac (Südküste) gefahren, wo wir Ruben (aus meinem Volleyball-Team) besucht haben. Da haben wir dann mal wieder die herzliche mauritische Gastfreundschaft erlebt: selbstverständlich wurden wir zum Mittagessen eingeladen und auch alle ihre Verwandten, die wir an dem Tag getroffen haben, beschenkten uns mit selbstgemachten Snacks oder Souvenirs.
Sein Bruder Jason (links) und er haben uns dann die schönsten Plätze in der Umgebung gezeigt.
Le Gris Gris (eigentlich weißer Strand)
Im Supermarkt gibts la vache qui rit (Käse) und dieser Fels heißt La Roche Qui Pleure. An ihm spritzen die Wellen 10m hoch und haben ihn über die Zeit etwas ausgefressen. Deswegen kommt das Wasser dann aus allen möglichen Löchern zurückgeflossen und es sieht aus, als ob der Fels weint.
Nachmittags waren wir noch im La Vanille Maskarenen-Reservat (Mauritius gehört zur Inselkette der Maskarenen). Da gibts Krokodile und Schildkröten in allen Größen sowie allerlei tropische Tiere & Pflanzen. Die eine Schildkröte hat so komische Geräusche von sich gegeben:
Auf die Aldabra-Riesenschildkröten darf man sich sogar drauf setzen!?
Im Insektarium gibts ne Sammlung von 23.000 Arten... wow!!!
Hier sieht man ein landestypisches Bachtal, in der die Natur noch unberührt scheint. Solche Wildniskorridore durchziehen hier die Zuckerrohrfelder.

6 Comments:

Blogger bjoern@mumbai said...

Sport verbindet... oder ist Mord, je nach Ansichtssache...

Sach ma, auf dem Ausflugsfoto, hast Du da ne Stulle auf'er Hand? So richtiges Brot? Mit knusprigem Rand und so? (Wenn ja: *blanker-Neid-der-Sich-in-Gewalt-
entladen-wird*, Wenn Nein: *alles-gut*)

23 November, 2006 08:55

 
Blogger inselsheriff said...

Nein, alles gut.
Es gibt kein richtiges Brot hier. Ich ernähre mich seit dreieinhalb Monaten von französischen Baguettes. Man gewöhnt sich dran... Immerhin besser als dieses englische Papp-Brot (gibts bei dir nur das?). Es gibt hier auch dieses abgepackte Vollkornbrot ultra teuer für ca. 5€ (D: 0,89€ bei Plus von 'BioBio' oder so).

23 November, 2006 10:37

 
Blogger bjoern@mumbai said...

Ohhh, Baguette! Hatte ich hier erst einmal und das war einfach nur so ein Soft-Papp-Brot langgezogen....

Das einzige Richtige Brot dass ich hier gegessen hab, gab's am Tag der Deutschen Einheit im Taj Mahal Hotel auf dem Empfang des deutschen Generalkonsulats... Brotmäßig ist das hier ne ganz große Katastrophe...

23 November, 2006 10:46

 
Blogger Steffi said...

Boah Flo, diese Bilder.... Es increible, kann ich da nur sagen *g*
Un besito de Ecuador,
Steffi

25 November, 2006 00:47

 
Anonymous Anonym said...

Viele liebe Grüße aus Helsinki!!

25 November, 2006 23:28

 
Anonymous Anonym said...

ohh, was ich ganz vergessen hab: meine anja hat gestern ihren kleinen bekommen!! er heißt lars und ist wohl auf - ole ole darauf trinken wir mit finnischem bier ;-)

26 November, 2006 01:15

 

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