Auslandssemester im Studiengang "Tourism, Leisure and Recreation Management" an der University of Mauritius. Ein halbes Jahr im Paradies - 4 Monate Urlaub studieren + 2 Monate Urlaub machen!

Sonntag, Dezember 24, 2006

Advent?

Wieder zurück in Flic en Flac:
Samstag durfte ich mal wieder 8,5h mit meinem Auto beim Mechaniker verbringen. Nicht, dass die Karre so schrottig wäre. Es dauert hier nur alles so lange. Eigentlich war es nur Ölwechsel & Co. sowie ein paar Reparaturen zusätzlich.
Sonntag hab ich mit meinem Volleyball-Team von der Uni ein Turnier gespielt gegen andere Erst- und Zweitliga-Teams aus Mauritius. Wir konnten uns in der oberen Hälfte platzieren und waren somit zufrieden.
Montag haben die 3 Jungs aus den USA (Tommy, Jared & Tyler - siehe Fotos unten) mit meiner WG einen Bootsausflug in den Indischen Ozean gemacht. Ziel: Schwimmen mit Delfinen. Keiner von uns war sich sicher, ob das auch wirklich klappt oder nicht.
Nach halbstündiger Suche sind wir dann auch auf eine etwa 40-köpfige Schule gestoßen. Schnell kamen weitere Boote, die ebenfalls Touristen herangekarrt haben. Alle sind dann den Delfinen hinter her und diese kamen auch zum Boot und sind in der Bugwelle mitgeschwommen. Ich saß genau im Bug und habe sie mit meinen Füßen fast berühren können.
Als sie langsamer wurden, durften dann alle Ausflügler von Bord um mit den Raubtieren zu schwimmen (Schnorchel-Ausrüstung gab’s vom Veranstalter). Bevor man die Delfine unter Wasser gesehen hat, hörte man schon ihre Laute. Dann sah man sie plötzlich in mehreren Metern Tiefe heransschwimmen. Toller Anblick! Trotz Schwimmflossen war es nicht leicht, mit deren Tempo Schritt (bzw. Schlag) zu halten, sodass man sie ziehen lassen musste. Alle Leute sind dann etwas orientierungslos umhergeschwommen.
Irgendwann hörte ich dann ihre sich nähernden Geräusche und sah plötzlich etwa 40 Tiere in ca. 7m Tiefe unter mir durchtauchen. Hab mich dann beeilt mitzuschwimmen und sie kamen immer höher zur Oberfläche bis ich sie direkt vor mir hatte. Ich habe meinen Arm ausgeschreckt und war ca. 10-15cm nah dran. Wahnsinns Gefühl! Viele Leute haben versucht, sie zu berühren, aber es schien irgendwie unmöglich – sie waren zu geschickte Schwimmer. Mein Gesamteindruck war, dass sie Spaß am Kontakt mit Menschen haben und jeder Zeit steuern können, wie intensiv sie diesen ausgestalten.
Das Wasser war so klar, dass wir am Grund in über 12m Tiefe einen Schwarm von etwa 10 Rochen entdecken konnten.

Dienstag hatte Ruben das ganze Uni-Volleyball-Team nach Souillac eingeladen. Ich bin mit Tommy, Jared & Tyler hingefahren und Jason (Rubens Bruder) hat uns erstmal die Rochester Falls gezeigt. Die sind total abgelegen und mit Auto nur über Schotterpisten zu erreichen. Die Klippen sind geschätzt 9m hoch. Wir haben also erstmal nem Mauritier zugeschaut, wie man da lebend runterspringt. Man muss nämlich die hervorspringenden Felsen unter einem überspringen und man sieht nicht wie tief das Auffangbecken ist. Dann haben wir’s der Reihe nach auch probiert. No risk – no fun!?! Echt ein richtig krasses Gefühl! Beim ersten Mal hatte ich meine Beine einen Tick zuviel angewinkelt und damit etwas zuviel Aufpralldruck auf meinem Hinterteil, welcher sich noch am Folgetag nachvollziehen ließ. Beim zweiten Sprung bin ich schnurgrade ins Wasser und so tief eingetaucht, bis ich mit dem Arsch auf Grund[…] saß. Sport ist Mord.
*Fotos werden nachgeliefert*
Später haben wir mit meinen Teamkollegen an der Küste geangelt. Diesmal sogar mit richtigen Ruten. Haben auch allerlei kleinere Fische gefangen. Zwischendurch bin ich mal mit Tommy geschnorchelt, um zu schauen wo die großen Fische sich aufhalten. Rubens Mutter hat dann für die ganze Mannschaft ein Festdinner aufgetischt. Anschließend sind wir noch mal zum Strand und haben Musik gemacht: Jason & ich haben Gitarre gespielt, der Rest hat gesungen. Wir haben dann alle bei Ruben übernachtet.

Donnerstag war dann hier auch Sommeranfang.
Die vergangenen Tage waren vom Abschied geprägt – meine Mitbewohner, die 5 norwegischen und die 6 US-amerikanischen Gaststudenten haben den Abflug gemacht… Alle wollen sie Weihnachten zu Hause sein. Ich als einziges Überbleibsel hier in Flic en Flac komme mir etwas vor wie der letzte Mohikaner…

Freitag war ich dann ganz alleine und bin deswegen auch erstmal umgezogen. Ich habe jetzt ein Studio in der Residenz Les Vagues d’Or (Die Goldenen Wellen), ganz in der Nähe von unserem bisherigen Appartement. Auf dem Satellitenfoto im Post "Elternbesuch" (Oktober) ist es das Gebäude südlich von dem mit dem blauen Dach. An der Entfernung zum Meer hat sich also nichts geändert. Meine neue Adresse (gültig bis 14.02.07):

*mein Name*
Les Vagues d’Or
Studio No. 3
Royal Road
Wolmar / Flic en Flac
MAURITIUS
Nach meinem Umzug bin ich dann auf die berüchtigte End of Year Party (18-24 Uhr) an der Uni. Der halbe Campus war als Party-Area abgezäunt und weihnachtlich geschmückt. Für Speis’ & Trank war gesorgt. Die Raised Plaza war Tanzfläche und natürlich überfüllt. Ich hab da auch endlich mal gelernt, wie man Séga tanzt. War echt nett, noch mal alle Leute wieder zu sehen – außer meine ausländischen Kommilitonen.
Nach Partyende haben wir uns entschieden, die angebrochene Nacht im Enigma, einer Disko in Quatre Bornes, fortzusetzen. Abgesehen vom traditionellen Séga ist die Musik auf mauritischen Tanzveranstaltungen nach wie vor eine mittlere Katastrophe. Aber je tiefer man ins Glas schaut, desto weiter kann man darüber hinwegsehen.
Ich hab dann bei Wedy (der mit dem roten Holiday-T-Shirt aus dem Post "BACK TO LIFE") in Quatre Bornes übernachten können und vormittags war dann noch ein wenig Christmas-Shopping angesagt.

Aber… Advent? So richtig Weihnachtsgefühle kommen bei über 30°C im Strandparadies nicht wirklich auf. Dazu fehlt die vertraute Umgebung. Bleibt mir dennoch, euch meine besten Wünsche aus Mauritius auf diesem Weg zu übermitteln…

3 Comments:

Blogger nadja said...

happy new year

01 Januar, 2007 18:03

 
Anonymous Anonym said...

Wir wünschen Dir ein frohes neues Jahr mit weiterhin so tollen Eindrücken. Für einen guten Semesterabschluss drücken wir ganz kräftig die Daumen. Oder sollen wir es wegen Deiner Fidschi-Träume lieber lassen?

02 Januar, 2007 15:03

 
Anonymous Anonym said...

Moinsen Sheriff,

wünsche leider etwas fehrspätet, aber dafür doppelt und dreifach ein gsunds neues! Wenn ich diese Bilder sehe, kann ich es kaum erwarten Deine Nachfolge anzutreten!
Genieße die letzten Tage im Paradies und stell Dich auf ein graues, mildes Herbstwetter in Bremen ein! Der Winter ist futsch! ;-)

Müssen unbedingt nach Deiner Wiederankunft in Bremen nen ausführlichen Infoabend machen! Bin schon sehr gespannt!

Live long and prosper
Andi

12 Januar, 2007 21:30

 

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